25 Jahre Mobbing Beratung München

Informationen und Bilder  zur 25-Jahr-Feier der Mobbing Beratung München am 23.11.2013

25 Jahre Einsatz für eine menschenwürdige Arbeit feiern die Aktiven und Patinnen und Paten der Mobbing Beratung München am 23.11.2018 zusammen mit namhaften Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Gewerkschaften und Kooperationspartnern in der Forschungsbrauerei in der Unterhachinger Straße in München.

Im Herbst 1993 wurde die Mobbing Beratung München im damaligen Amt für Industrie- und Sozialarbeit der Evang.-Luth. Kirche in Bayern gegründet. Seit 1996 ist Konsens e.V. Träger der Mobbing Beratung München. Von Anfang an bis heute ist dies eine Initiative von ehemals Betroffenen und Fachkräften mit bescheidener finanzieller Ausstattung, die sich für Fair Play und Respekt am Arbeitsplatz einsetzt. Dabei steht die Beratung von Menschen, die von Mobbing und anderen Konflikten am Arbeitsplatz betroffen sind, im Vordergrund. Gleichzeitig werden die in den Unternehmen und Organisationen Verantwortlichen sensibilisiert und bei konstruktiven Konfliktklärungen unterstützt.

Ludwig Gunkel, Diplom-Psychologe und einer der Gründer und Leiter der Mobbing Beratung München erachtet die Grußworte von Staatsregierung, Landeshauptstadt München, SPD-Vorsitzender, DGB Bayern, AOK Direktion München und evang. Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt als Wertschätzung für das Engagement der Mobbing Beratung München. Otto Berg, ehemals selbst von Mobbing betroffen und ebenfalls Gründer und Leiter der Mobbing Beratung München, betont in seiner Einführung, wie wichtig die Unterstützung von Betroffenen ist. Er betreut seit 25 Jahren zweimal wöchentlich das Mobbing Telefon München. Mit rund 25.000 Personen hat er in dieser Zeit telefoniert, sich ihre Leidensgeschichten angehört und mit Ihnen besprochen, welches die nächsten Schritte raus aus der Mobbingsituation sein können.

Bayerns Arbeits- und Sozialstaatssekretärin Carolina Trautner gratulierte zu diesem Jubiläum: „Mobbing ist kein Einzelfallphänomen. Rund zehn Prozent der Beschäftigten sind im Laufe ihres Berufslebens davon betroffen. Das ist schlimm und darf nicht toleriert werden. Umso wichtiger ist es, den Betroffenen Unterstützung und Hilfe anzubieten. Das macht die Mobbing Beratung München sehr erfolgreich seit bereits 25 Jahren. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten einen wertvollen Beitrag für Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz großes Leid erlebt haben. Mit ihrer Arbeit befreien sie Betroffene aus der Isolation und geben ihnen das Gefühl, dass sie nicht alleine sind. Ich danke Ihnen ganz herzlich für ihr beeindruckendes Engagement.“

Grußwort Staatssekretärin Carolina Trautner

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München Dieter Reiter schreibt in seinem schriftlichen Grußwort: „Es ist ein zwiespältiges Jubiläum, denn 25 Jahre Mobbing Beratung München heißt auch, es braucht die Mobbing Beratung nach wie vor. Jeden Tag leiden Menschen unter Kränkungen, ob durch sogenannte „Hate-Mails“ im Internet, durch Ausgrenzung auf dem Schulhof oder im Büro. Um für eine faire und von Respekt geprägte Arbeitswelt in unserer Stadt einzutreten und den Betroffenen Hilfe anzubieten hat sich die Mobbing Beratung in München gegründet und ist heute nicht mehr wegzudenken. Mein besonderer Dank gilt deshalb zu diesem Anlass allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Mobbing Beratung München. Sie alle tragen dazu bei, dass ein respektvolles Miteinander in unserer Stadt gelingt. Aber auch wir alle sind aufgefordert, aufmerksam zu sein und wenn nötig, für unsere Mitmenschen einzutreten.“

Grußwort Oberbürgermeister Dieter Reiter

Frau Natascha Kohnen, MdL, Landesvorsitzende der BayernSPD betont: „Zivilcourage hat viele Gesichter!“ und würdigt den unermüdlichen Einsatz der Aktiven der Mobbing Beratung München, die es geschafft haben, ein Thema aus der Tabuzone ans Tageslicht zu holen. „Mobbing bedeutet vor allem Ausgrenzung. Werden Menschen systematisch ausgegrenzt, ist der erste Schritt, um Missstände zu bekämpfen, diese transparent zu machen!“, betont Natascha Kohnen. „Sie stärken mit Ihrer Arbeit bereits seit 25 Jahren den Betroffenen den Rücken. Menschen wie Sie sorgen durch ihren freiwilligen Einsatz jeden Tag dafür, dass sich das öffentliche Bewusstsein und damit unsere gesellschaftliche Realität verändert, indem Sie Probleme dort anpacken, wo sie entstehen.“ Sie spannt den Bogen zur großen Politik: „Wir brauchen eine Politik, die Menschen in ihrem alltäglichen Leben stark macht!“ und Initiativen wie diese leisten einen Beitrag dazu, der allen als Gesellschaft nutzt.

Grußwort Natascha Kohnen

Herr David Schmitt, Abteilungsleiter für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik des DGB Bayern, dankte der Mobbing Beratungsstelle München für die konstruktive Zusammenarbeit. Er machte aber auch deutlich, dass Mobbing nicht zuletzt ein Ausdruck der sozialen Verhältnisse in der Arbeitswelt ist. Angst um den Arbeitsplatz, Konkurrenz- und Leistungsdruck sind der ideale Nährboden, auf dem Mobbing „gedeiht“. Daher gilt es auch weiterhin die Arbeitsbedingungen so zu verbessern, dass ein kollegiales, ein solidarisches Miteinander möglich ist.

Grußwort David Schmitt

Herr Martin Felber, stv. Direktor der AOK Bayern, Direktion München: „Die AOK in München unterstützt die Mobbing Beratung von Beginn an finanziell im Rahmen der Prävention und Selbsthilfeförderung. Wir sind dankbar, dass es in München eine Institution gibt, die für die Betroffenen ein niedrigschwelliges, professionelles Angebot in Krisensituationen bereitstellt.“

Grußwort Martin Felber

Abschließend würdigt auch Frau Sybille Ott, in Vertretung des Leiters des KDA- Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern die Arbeit der Mobbing Beratung München und bringt ihrer Freude über die dauerhafte und gute Zusammenarbeit zum Ausdruck. „Dies ist umso erfreulicher, da die Mobbing Beratung im KDA gegründet wurde. Bei den Kontakten mit Betriebsräten und Beschäftigten hören wir immer wieder von Konflikten im Betrieb und Mobbing. Darum ist der kda froh, dass er durch diese Kooperation mit der Mobbing Beratung auf konkrete Beratungs- und Hilfsangebote verweisen kann. “ Sybille Ott verweist auch darauf, das neben der Beratung der Betroffenen sich auch viele Betriebs- und Personalräte Informationen und Tipps durch die Vorträge holen, um selbst mit den Problemen besser umgehen zu können.

Grußwort Sybille Ott

Anschließende berichtet Otto Berg über die Entstehung der Mobbing Beratung München 1993 und die Erfahrungen in 25 Jahren Mobbing Telefon: „Das wichtigste ist zuzuhören. Wenn sich die Menschen mit ihrem Problem ernstgenommen fühlen, ist dies der erste Schritt, raus aus der Krise“. Gerade auch seine eigene Erfahrung ermöglicht ihm, dann mit den Betroffenen zu klären, welche Form der Unterstützung nötig und möglich ist: die Teilnahme am Treffpunkt Mobbing, eine Einzelberatung, die Unterstützung durch eine Patin oder einen Paten oder eine rechtliche Klärung der Situation.

Seinen Dank an die Grußrednerinnen verbindet Ludwig Gunkel mit der Hoffnung, dass die Mobbing Beratung München auch zukünftig Unterstützung erfährt, finanziell, praktisch oder ideell. „Die Größe des Problems und die gravierenden Auswirkungen von Mobbing auf die betroffenen Menschen erfordern über das was wir zu leisten in der Lage sind an der einen oder anderen Stelle eine stärkere Professionalisierung und verstärkte Möglichkeiten der Unterstützung bezüglich der Intensität der Beratung und auch in den Regionen“, betont Ludwig Gunkel. Er bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass von diesem Jubiläum der Impuls ausgehe, weiter darüber nachzudenken, wie Unterstützungs­angebote für die betroffenen Beschäftigten, aber auch gerade für die Klein- und Mittelbetriebe weiterentwickelt werden könnten. „Der pflegliche Umgang mit den vorhandenen Fachkräften sollte in Zeiten des Fachkräftemangels noch stärker auf die Tagesordnung. Das Leid und die gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen sind nicht hinzunehmen. Die damit verbundenen Kosten für die Sozialsysteme wären besser in Prävention investiert“, so das abschließende Statement von Ludwig Gunkel, der damit den Blick auf die Zukunft lenkt.

Otto Berg, dankt der Familie Achhammer von der Forschungsbrauerei, dass sie zu dieser Feier auch einen Beitrag gesponsert hat. Anschließend wird gemeinsam gegessen und gefeiert.

Hier der Bericht als Download und Presseberichte zum Jubiläum.